Superniere, Lasso-Technik und Stolperstellen

Technik AG der Rhönschule erhielt Fortbildung in Veranstaltungstechnik

 Vergangenen Samstag erhielten 12 Schülerinnen und Schüler eine 5-stündige Fortbildung bei dem Meister für Veranstaltungstechnik (Bühne / Studio) und Technischer Leiter der Herrenhäuser Gärten in  Hannover, Sebastian Seuring.

 Vor allem stehe die Sicherheit bei Veranstaltungen, dann erst die Technik, so Seuring, damit jeder wieder gesund und wohlbehalten nach Hause kommen könne, sei es der Veranstaltungsbesucher oder aber auch der Techniker selbst.

 Daher widmeten sich die AG Teilnehmer der Technik AG zuerst den Fragen nach richtiger Kabelwickeltechnik, dem sauber abrollbaren Ring, dann der anspruchsvollen Lasso-Wickel-Technik, die so ein Verdrehen des Kabels in sich selbst und Knoten verhindern und das effektivere Abrollen bei Veranstaltungen in der Schule erleichtern. Ebenfalls helfe einem diese Technik für das Abschätzen von Kabellängen („Ist das ein 10m XLR?“). Nach einigen Versuchen klappte dies bei den Teilnehmern auch ohne verdrehte Kabel und Handgelenke sehr gut. Als nächster Punkt stand das Thema „Sicherheitsprüfungen“ auf dem Programm: Auf- und Abbau müssten immer „mit allen Sinnen“ durchgeführt werden, sodass man immer „Sehen, riechen und fühlen“ müsse. Um dies zu demonstrieren, hatte Seuring eigens einen präparierten Scheinwerfer mit einem Kabelbruch und defekter Isolierung mitgebracht. Beim Verlegen der Kabel für Veranstaltungen, die Seuring seit über 15 Jahren weltweit betreut, müssten u.a. auch Stolperstellen vermieden werden. Warum hierzu  ein billiges Panzertape nicht gerade dienlich ist, dafür aber Tanzbodenklebeband, zeigte Seuring der Technik AG anhand unterschiedlicher Gegenstände und Bodenbeläge sowie Klebetechniken.

 Weiter ging es mit einer kurzen Einheit über die Gefahren bei der Arbeit mit Strom: Warum die elektrische Spannung von 50 Hertz (230 V) für den Menschen so gefährlich ist (Kammerflimmern) und wie man einen durch einen elektrischen Schlag gelähmten Menschen richtig von einer Steckdose wegzieht – nämlich an der Kleidung und nicht an der Haut.

Im zweiten großen Teil der Fortbildung konnten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Mikrophontypen kennenlernen, von der einfachen Niere über die Superniere zum Kugelmikrophon, vom Grenzflächenmikrophon hin zum Kondensatormikrophon. Alle Arten wurden demonstriert, die Funktionsweise erläutert, auseinander gebaut und für den jeweiligen Einsatz in der Schule mit entsprechend richtigem Aufbau verdeutlicht. Anhand eines schuleigenen Mischpults, das die Schüler fachkundig aufgebaut hatten, zweier Lautspecherboxen und eines Monitors erhielten sie einen Einblick in Feinheiten der „kleinen“ Knöpfe, von Low Cut und High Pass (Standard bei Sprach-Verstärkungen), dem Equalizer (EQ) , den Pre- und Post-Fadern, dem entsprechenden Pre-Fader-Listening und dem geschickten Anlegen von Gruppen, um schneller und einfacher bei Großveranstaltungen die Regler bedienen zu können, ohne „zwölf oder mehr Finger“ gleichzeitig zu brauchen. 

 Ebenfalls gab Seuring Tipps, wie man störende Feedbacks im Vorhinein durch entspechende Einstellungen am Mischpult, durch den Standort der Mikrophone sowie der Verwendung von DI-Boxen vermeidet. Nach den vielen Eindrücken der Fortbildung gab es reichlich Applaus von den Technikern der Rhönschule und Dankesworte des betreuenden Lehrers der Technik AG, Herrn Dominik Bott.