„Roboter-AG“ baut Produktionsanlage mit 5000 Teilen von „Lego Education“

Rhönschule und Förstina leben Lernpartnerschaft

v.l.n.r.: Marketingleiter Peter Seufert, Schülerin Emma Chrostek, Projektlehrerin Christine Detig, Schulleiter Marco Schumacher und Projektlehrer Benjamin Schug

Projektlehrer Benjamin Schug ist begeistert von der Umsetzung.

Bereits im Juni 2012 vereinbarten die Rhönschule Gersfeld und der Mineralbrunnen Förstina Sprudel eine Lernpartnerschaft, die seither mit Leben gefüllt wird. Insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich im abgelaufenen Schuljahr mit einer praxisnahen Projektarbeit, deren Ergebnisse nun vorgestellt wurden.

In den vergangenen Monaten bauten mehrere Gersfelder Schülergruppen der „Roboter-AG“ der Rhönschule, betreut von den Projektlehrern Christiane Detig und Benjamin Schug, eine Förstina-Produktionsanlage mit „Lego Education“ nach, um Theorie und Praxis zu verquicken: „Vom Förderschüler der Anne-Frank Schule bis zum Gymnasiasten hat jeder Teilnehmer aus den Jahrgangsstufen 6 bis 10 eine Aufgabe gefunden“, erklärte Benjamin Schug.

 

Da einige Schülerinnen und Schüler bereits eine Werksbesichtigung bei Förstina gemacht hatten, sprudelten sofort viele Ideen für die Umsetzung: Zunächst wurden die zur Verfügung stehenden Teile sortiert und die Frage geklärt, mit welchen Materialien gearbeitet werden soll. Soviel vorab: Verbaut wurden 27 Motoren, 16 Sensoren, 9 Lego EV3 Roboter, insgesamt circa 5.000 Teile und exakt 276 Kettenglieder.

 

Die Aufgabe: Da Förstina konsequent auf Mehrwegflaschen setzt, müssen Millionen Pfandflaschen gereinigt werden. Dies soll so ressourcenschonend wie möglich geschehen. Für die Schülerinnen und Schüler vor allem spannend war zu sehen, mit welchem Tempo und welcher Präzision in den hochmodernen Anlagen Flaschen gereinigt und an anderer Stelle mit Getränken befüllt werden. Auch die eingespielte Logistik – sprich: das Handling der bis zu zwei Millionen Flaschen pro Tag – ist für Außenstehende beeindruckend.

Ziel war es nun, mit kleinen Flaschenrohlingen die Ähnlichkeit zur Originalanlage herzustellen und den gesamten Produktionsprozess weitestgehend abzubilden. Wie auch in der Praxis sahen die Schüler sich mit einer immensen Komplexität konfrontiert, die es zu bewältigen galt – alles musste eben nur mit Lego auf die kleinen Flaschen angepasst werden.

 

Die Roboter AG teilte sich daher in kleinere Projektgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen auf: Flaschen in die Anlage einlegen und transportieren, Flaschen aussortieren, Deckel abschrauben, Flaschen reinigen, Flaschen befüllen, Flaschen verschließen, Flaschen in Kisten legen, Gabelstapler bauen, LKW bauen.

Die Schülerinnen und Schüler sollten sich eigenständig komplexeren Problemen (Deckel abschrauben) oder weniger komplexen Problemen (LKW bauen) widmen - unterstützt wurden sie dabei nur wenig von Christiane Detig und Benjamin Schug. „Bereits zu Beginn der Arbeit merkten wir, wie wichtig es für die Kleingruppen ist mit den anderen Gruppen zusammenzuarbeiten, so dass alle Teilmodule später zusammen funktionieren. Wir einigten uns auf ein gemeinsames Förderbandsystem und eine gemeinsame Höhe. Nachdem die Teams dann einige Wochen an dem Projekt gearbeitet hatten und ihre einzelnen Module fertig gestellt hatten, musste alles noch zusammengebracht werden. Eine echte Mammutaufgabe, mit der, in der letzten Schulwoche, mehrere Schüler fast 20 Arbeitsstunden verbrachten. Aber, wie wir am Ende sehen konnten, hat es sich gelohnt“, so Benjamin Schug.


„Wir von Förstina haben uns über das lebhafte Interesse der Schülerinnen und Schüler und das Engagement ihrer Lehrer gefreut", sagt derweil Marketingleiter Peter Seufert, der den Rhönschülern nun in ihrer Projektwoche vor den Sommerferien einen Besuch abgestattet hat. Und die Arbeitsergebnisse der „Roboter AG“ beeindruckten: „Auch in der Praxis kommt kein Produktionsprozess mehr ohne intelligente Steuerung aus – mit diesem Projekt bekommen wir einen fantastischen Schulterschluss zwischen Theorie und Praxis. Wir freuen uns auf weitere Ergebnisse!“