Gut „Aufgetischt“...

Langer Applaus und begeisterte Stimmen für unsere Theatergruppe

An zwei Abenden, 25. u. 26.06.19, wurde in der Schul-Studiobühne von der Rhönschul-Theatergruppe (8.-10. Kl.) das Stück „Aufgetischt“ (Leitung B. Blenk u. G. Hoff) gespielt. Langer Applaus und begeisterte Stimmen im Anschluss, bestärkten und belohnten die Leistungen und das entsprechende Engagement der 18 Schauspielerinnen und Schauspieler, das sie im Verlaufe des Schuljahres, besonders beim End-Probenmarathon, zeigten. Ausgangspunkt für die 6 Szenen war jeweils ein Bild mit einem Tisch, das jede Gruppe für sich interpretierte. Was war vor der Momentaufnahme des Bildes? Was geschieht nachher? Um welche Personen handelt es sich? Was bewegt sie? Angeregt durch diese Fragen und ausgerüstet mit dem theatralen Handwerkszeug, das sie während des Schuljahres kennengelernt hatten, entwickelte und inszenierte jede Gruppe eine eigene Geschichte zu ihrem Bild, welches jeweils vor Beginn der Szene eingeblendet wurde.

So zeigte sich in der ersten Szene, wie Models in der Modewelt bei großem Konkurrenzdruck bestehen und sich demütigenden Verfahren aussetzen müssen. Trotzdem gelang es der Gruppe (Franziska Diegelmann, Marie Jäger, Johanna Maul, Anton Seiffert, Mira Weber, Inja Winkler) dieses Thema mit leichtem Schwung darzubieten. Die zweite Szene begann in einer Spielhalle, in der eine gescheiterte Existenz (Julius Aha) vergeblich auf sein Glück setzt – und verliert. Clever ausgenutzt wird diese Situation vom Gangsterboss (Benjamin Farnung), der ihn zu einem Mord verführt.

Völlig überfordert mit der Situation in einer Therapiegruppe zeigte sich die Therapeutin (Lorena Schleicher) mit den Teilnehmerinnen (Johanna Heller, Ronja Schelling, Valentina Trani) ihrer Sitzung. Diese unterschiedlichen Charaktere diskutierten eifrig über ihre Schwierigkeiten mit Männern, während die Therapeutin vergeblich einzugreifen versuchte. Komisch und ernst zugleich!

Ernst ging es weiter mit der nächsten Szene. Von KO-Tropfen benebelt wacht ein junges Mädchen (Adina Albert) nach einer Party auf und erinnert sich an nichts. Ihre beiden Freundinnen (Bernadette Bauer, Ronja Heil) stellen entsetzt fest, dass sich ihre Freunde einen Spaß daraus machen, Mädchen zu verführen, nur um in einem Ranking festzustellen, wer das am besten kann: „Aufgetischt“ wurde im wahrsten Sinne des Wortes in der folgenden Szene. Während Bianca (Julie Beh) auf ihre Schwester (Julia Kümmel) wartet, zeigt sich, dass sie unter Zwangsneurosen leidet. Endlich erscheint ihre Schwester zum Essen und teilt ihr unbeschwert mit, dass sie ihre Zukunftspläne ändern und ihre Leidenschaft als Fotografin ausleben will. Doch ein Telefonat mit dem dominanten Vater ändert alles. Auch sie verfällt dem Ordnungszwang – wie ihre Schwester. Beendet wurde der Abend von der gesamten Schauspieltruppe mit einer Szene, die wegen der ausschließlichen Nutzung von Taschenlampen unter die Haut ging. Aber auch das Engagement des Fördervereins unterstützte das Thema „Aufgetischt“, indem er vor und nach der Vorstellung erfrischende Cocktails und Knabbertüten kredenzte. Bereits zum zweiten Mal bietet die Rhönschule in Gersfeld ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur eine Theater-AG an, sondern den 9. Klassen im Gymnasium auch die Möglichkeit, in das Schulfach „Darstellendes Spiel“ hineinzuschnuppern. Dies erscheint sinnvoll, werden doch alle in der Oberstufe dazu aufgefordert, sich zwischen den Fächern Kunst, Musik und Darstellendem Spiel zu entscheiden. Die Rhönschule möchte die Entscheidungsfähigkeit unterstützen, denn die Schülerinnen und Schüler sollten wissen, wofür oder auch wogegen sie sich in den musischen Fächern entscheiden. Spielfreude, die Kunst, sich selbst darzustellen oder auch Empathie zu zeigen, indem man in eine andere Person schlüpft, sind obendrein Fertigkeiten und Fähigkeiten, die in der heutigen Welt von großem Nutzen sind. Dies wurde eindrucksvoll von der Theatergruppe in Szene gesetzt!

 

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