Schneelehrgang

Ramsau am Dachstein

Der erste Schneelehrgang der neuen Skisaison findet traditionell in der letzten Woche vor Weihnachten in der Ramsau statt. Gemeinsam mit den Nachwuchssportlern vom TSV Poppenhausen, TGV Schotten und dem SC Willingen sind wir am 13. Dezember nach Österreich gefahren. In diesem Jahr hatten wir mit dem Wetter wieder einmal besonders viel Glück, der Winter zeigte sich so schön, wie es sich ein Langläufer nur träumen kann. In den Tagen zuvor sind ca. 60 cm Pulverschnee gefallen, die Temperaturen waren bei ca.  -10 ° C und die Sonne verwandelte alles in eine wundervolle Winterlandschaft.

Wir wohnten wie in jedem Jahr bei Moni am Blasbichlerhof. Bei Moni und ihrer Familie sind wir nicht nur super untergebracht und toll verpflegt, uns verbindet mit den Jahren auch eine schöne Freundschaft. Aus diesem Grund sind wir nicht nur am Blasbichlerhof, sondern ganz viele Spitzenathleten von vielen Nationen.

Dieses Jahr waren wir mit 19 Sportlern von Gersfeld, 14 Sportlern aus Willingen und 12 aus Schotten am Lehrgang. Die Kinder wurden in drei Trainingsgruppen aufgeteilt und dann konnte es endlich losgehen. Man konnte die Freude bei den Kindern aber auch bei den Betreuern in den Gesichtern sehen, dass wir endlich wieder schönen Schnee unter unseren Skier hatten.

Der Tag am Lehrgang beginnt um 7.00 Uhr am Morgen mit 30 min. Frühsport. Erst eine Runde Joggen und dann noch 15 min. Dehnen. Unsere 3 L`s, die sonst immer das Tempo beim Frühsport so hochhalten, dass man glaubt, man läuft einen 1000 m Test auf Zeit, haben am ersten Morgen verschlafen und wir konnten zumindest die halbe Runde entspannt laufen, bis die drei wieder angestürmt kamen. Beim Dehnen macht jeder Sportler eine Übung vor und die anderen machen die Übung mit. Für unsere vier jüngsten Amelie, Annika, Leon und Pius, die zum ersten Mal mit auf Lehrgang waren, war dies eine neue spannende Aufgabe.

Danach gehts es zum Frühstück, stärken für den Tag. Um 8.45 werden die Skier gewachst zum ersten klassischen Training, unsere vier großen Jungs Pablo, Cedric, Peter und Marvin haben uns immer beim Wachsen der vielen Skier gut unterstützt. Dank der super Bedingungen konnten wir bei allen Trainingseinheiten direkt am Blasbichlerhof starten. Zum klassischen Training ging es jeden Morgen runter (ca. 1,5 km bergab) auf die Märchenwiese. Die zwei Stunden Training am Morgen wurden aufgeteilt in ganz viel Techniktraining und Ausdauereinheiten. Die jüngeren konnten entsprechend früher selbstständig zurück zum Mittagessen am Blasbichlerhof laufen.

Nach der Mittagspause, die in den ersten Tagen nur von den größeren und den Betreuern als Mittagspause genutzt wurde, (je länger der Lehrgang dauerte, je ruhiger wurde es in der Mittagspause) stand um 15.00 Uhr das Skating Training am Programm. Zum Skaten sind wir immer hoch zur Sonnenloipe gelaufen. Man läuft ca. 3 km bergauf in die Glöswiesen und findet dort ideale Bedingungen zum Skaten. Auch mir, der die Skatingskier nur anzieht, wenn kein klassisch laufen möglich ist, macht das Skaten dort Spaß. Unseren Kleinen musste das Loipenlabyrinth gut erklärt werden, damit sie nach dem Training wieder alleine zurückfahren konnten. Nicht ganz einfach bei so vielen Loipen, aber es haben immer alle zurückgefunden.

Direkt nach dem Abendessen wurde jeden Abend noch 90 min. der mitgebrachte Schulstoff abgearbeitet. Es wurde für Arbeiten gelernt, die morgens vor dem Training geschrieben wurden und es wurden die vielen Hausaufgaben abgearbeitet. Die Kinder hatten von 7.00 Uhr am Morgen bis um 20.00 Uhr am Abend, bis auf zwei Stunden Mittagspause, volles Programm. Danach ging´s zum Tischtennis in den Keller oder bei andere Sportler aus anderen Vereine in die Zimmer. Es haben sich schnell neue Freundschaften gebildet und alte Freundschaften wurden mit viel Blödsinn gefeiert.

Ein besonderer Höhepunkt ist jedes Jahr wieder das Abendessen auf der 400 Jahre alten Halseralm vom Blasbichlerhof. Wir laufen immer die große Runde um den Rittisberg (ca. 20 km) mit einem langen Anstieg auf den Rittiesberg. Unsere Kleinen durften noch direkt zur Halseralm laufen, alle anderen sind die große Runde gelaufen, mit wundervollen Aussichten auf das Dachsteinmassiv auf der einen Seite und den Blick ins Ennstal mit den Hohen Tauern im Hintergrund. Auf der Alm haben uns Moni und Katrin mit warmen Tee empfangen. Zum Abendessen gibt es immer Rührei mit Speck und anschließend Kaiserschmarrn, alles direkt aus der Pfanne. Jeder hat eine Tasse und eine Gabel und alle warten darauf, dass Hansi den Kaiserschmarrn flambiert. Auf der Halseralm gibt es keinen Strom, das Licht kommt von Kerzen und Petroleumlampen und das Essen vom Holzherd, dazu die 400 Jahre alte Alm - gemütlicher kann ein Skitag nicht enden, wenn man dann noch im Mondlicht von der Halseralm zurückfährt, ist ein perfekter Skitag zu Ende.

Die Woche verging wie in jedem Jahr wieder zu schnell. Wir, die Betreuer Marian Balting, Marlen Gutermuth und ich, und die Sportler: Pablo Noll, Cedric Hahl, Peter Limpert, Marvin Melchers, Annouk Noll, Penelope Schrenk, Lou Delgado, Lina Niebling, Luca Weikard, Konstantin Baier, Kilian Gutermuth, Hagen Steinbrink, Linnea Breitschwerdt, Paula Niebling, Avaro Schrenk Amelie Grünberg, Annika Mehler, Pius Baier, Leon Grob hatten eine tolle Woche und freuen uns drauf wenn es auch bei uns endlich schneit.