Balladen im Deutschunterricht - Erlkönig

Schülerinnen und Schüler für das Thema Lyrik zu begeistern ist nicht immer ganz einfach... Doch insbesondere Balladen bieten vielerlei Ansatzpunkte zur Bearbeitung: Im Deutschunterricht von Herrn Krämer hat die Klasse 7Gb Balladen gelesen, gepuzzelt, auswendig gelernt, umgestaltet, illustriert und zu guter Letzt aufgeführt. Dabei gelang es den verschiedenen Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise die Dramatik und die schauerliche Stimmung der Ballade "Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe dem Publikum näherzubringen. Die auswendig gelernten Texte wurde wohlüberlegt betont, Requisiten und Kostüme wurden beschafft und Handlungsabläufe einstudiert. Einen Einblick in die Darbietungen erhalten Sie hier:

Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.
Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Was Erlenkönig mir leise verspricht?

Erlkönig (Johann Wolfgang von Goethe)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ –

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. –

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ –

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. –

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

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